Türchen #15 – Meister = Master

Türchen #15 – Meister = Master

Entgegen dem allgemeinen Wirtschaftstrend in der Corona-Krise boomt das nordrhein-westfälische Handwerk. Im dritten Quartal 2021 lag der Umsatz der Handwerksunternehmen im zulassungspflichtigen Handwerk in Nordrhein-Westfalen um 4,5 Prozent über dem Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Doch auch in fast allen Gewerken “sank die Mitarbeiterzahl” trotz der guten Auftrags- und Umsatzlage.

Resilienz gegen zu erwartende Klimawandelfolgen und den sozialökologischen Umbau unseres Landes (Solarpanele auf Dächer, Dämmungen, Windkrafträder, 400.000 neue Wohnungen jährlich, etc.) schaffen wir nur mit und durch das Handwerk! Deswegen möchten wir die berufliche Bildung stärker würdigen, u.a. durch eine Ausbildungsgarantie, den Ausbau der Berufsorientierung an Schulen und eine deutliche Preissenkung der Meisterkurse. Meister=Master.
Türchen #11 – Meister = Master

Türchen #11 – Meister = Master

Handwerk hat grüngoldenen Boden. Bundesweit sind 12% aller Erwerbstätigen und 28% aller Lehrlinge in rd. 1 Million Betriebe tätig. Das Handwerk ist der vielseitigste Wirtschaftsbereich Deutschlands. Nur gemeinsam mit dem Handwerk schaffen wir die Transformation und die ökologische Bauwende. Nur mit dem Handwerk gelingt ein Wiederaufbau nach Katastrophen, wie zuletzt der Flut im Ahrtal. Der Meister-Brief gehört aufgewertet und Zugänge zu ihm müssen verbessert werden. Es ist an der Zeit, dass die Kosten für Meisterkurse endlich deutlich gesenkt werden. Frauen im Handwerk werden wir ebenfalls stärken.

Ich habe mich schon sehr über den ersten Besuch von Handwerksgrün bei mir in Berlin im Oktober gefreut und bin gespannt auf den weiteren Austausch, insbesondere zur so dringenden Nachwuchsförderung. [Pressemitteilung]

Heute kandidiert außerdem mein KV-Sprecher und Ansprechpartner für Handwerksgrün NRW, Marc Zimmermann, für einen aussichtsreichen Listenplatz auf der LDK NRW. Ich wünsche ihm viel Glück und uns NRWler*innen mehr Handwerk im Landtag 🍀

HandwerksGrün goes Berlin & mach Grün!

HandwerksGrün goes Berlin & mach Grün!

Auch 4 Monate nach der Besorgnis erregenden Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stockt in den betroffenen Gebieten der Wiederaufbau örtlicher Infrastruktur und privaten Eigentums. Wenn in ersten Schritten durch BürgerInnen und Hilfskräfte Erstaunliches geleistet wurde, und die Politik finanzielle Hilfen installierte, liegt der notwendig nächste Schritt der Bewältigung des Notstands in den Händen des Handwerks.

Mit dieser klaren Botschaft im Gepäck, besuchten mich die Gründungsmitglieder der Grünen Initiative „HandwerksGruen“ (handwerksgruen.de), Marc Zimmermann, Astrid Hilt und Sebastian Lederer, in Berlin. „Die Vernetzung vorantreiben“ als erklärtes Ziel, will ich ihren Kampf gegen den beständigen Nachwuchsmangel der Berufsgruppe sehr gerne unterstützen. Unsere Überzeugung: „Ein gut aufgestelltes Handwerk ist grundlegend für die Resilienzbemühungen unseres Landes angesichts immer verheerenderer Klimawandelfolgen“. Es muss klarer Bestandteil unserer Überlegungen und Initiativen in der BRD und der EU. Wir hatten das Glück uns in der Berliner Zentrale mit dem Team des Projektes “mach Grün!” (machgruen.de) treffen zu können. Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Berufserkundungsprojekt für junge Menschen, organisiert seit Jahren erfolgreiche Freizeit-Camps rund um Grüne Handwerksberufe. Auch hier wurde erneut deutlich, wie wichtig unsere Bemühungen um den Nachwuchs sind, und wie erfolgreich Initiativen in diesem Zusammenhang sein können.

Es muss Aufgabe der Bundes- und Landesregierungen sein, derlei Initiativen auch über Förderprogramme zu stärken und nachhaltig auszubauen. Die Bundesrepublik braucht dringend eine Ausbildungsoffensive, die Lust auf die vielfältigen Berufsfelder im Handwerk macht, den gesellschaftlichen Stellenwert einer handwerklichen Ausbildung an den einer akademischen Ausbildung angleicht, und dabei die Chancen einer beruflichen Laufbahn im Handwerk unterstreicht. Meister und Master auf Augenhöhe! Dabei bringt internationale Zusammenarbeit Fachkräfte und Know-How.

Mit bundesweit beeindruckenden rd. 1.000.000 Betrieben, 5,58 Mio Mitarbeitenden und 369.000 Lehrlingen, belegt das Handwerk eine wichtige gesellschaftliche Rolle. „12% aller Erwerbstätigen und 28% aller Lehrlinge sind im Handwerk tätig. Das Handwerk ist der vielseitigste Wirtschaftsbereich in Deutschland.“, sagt Marc Zimmermann und verweist darauf, dass HandwerksGrün eine Initiative ist, die Grünen-nahen Handwerker*innen eine Plattform zum Austausch bieten, und alle Gewerke mit einbinden will.

Es gibt viel zu tun. Wir müssen das Handwerk in politischen Kontexten wieder verstärkt mitdenken!

Ein Fernsehteam des WDR – Lokalzeit Bergisches Land – folgte der Gruppe und trug das Anliegen in die Haushalte der BürgerInnen. Zum Beitrag: LINK 

Viele Grüße
Sabine

Die offizielle Pressemitteilung könnt Ihr hier herunterladen: DOWNLOAD

 

WUNDERWERK HOLZBAU – Die Vorteile ökologischen Bauens und EU-Fördermittel für den Handwerksnachwuchs

WUNDERWERK HOLZBAU – Die Vorteile ökologischen Bauens und EU-Fördermittel für den Handwerksnachwuchs

Den Anfang unserer Veranstaltung im Waldbröler #Netzwerkgarten machte gestern Gerd Ribbeck. Seit sieben Jahren baut der Zimmerermeister, mittlerweile auch selbst, Häuser aus Massivholz oder in Holzrahmen-Bauweise. Wer liebt sie nicht, die alten Holzhäuser im Bergischen? Ein gutes Holzhaus lässt sich theoretisch auch nach 500 Jahren noch abbauen und woanders wieder aufbauen. Spannend, auch der Gedanke, dass das Holz eines Blockhauses die ersten ein, zwei Jahre arbeitet und sich Stockwerke dadurch um mehrere Zentimeter verschieben können.

Im Gegensatz zu Beton, der in seiner Herstellung ein relevanter Kohlendioxid-Verursacher sei, speichert Holz im Aufwuchs das Treibhausgas. Interessant ist selbst der ‚Recycling-Part‘, wenn klar wird, dass ein Holzhaus, später einmal zerlegt, keinen Sondermüll darstellt, sondern ein echtes Wertstofflager ist.

Auch finanziell ist die Holzbauweise trotz aktuell hoher Holz-Preise auf dem deutschen Markt ein Gewinn. Neben staatlicher Förderung seien die Heizkosten so gering, dass sich die Investition – auch aktuell – nach ca. 10 Jahren wieder gut rechnet.

Hin zur Holzbauweise gibt es einen spürbaren Trend, der auch im Lockdown an Fahrt gewinnt, wenn vermehrt Zeit im eigentlichen Wohnhaus verbracht wird. Ein Wandel, über den sich Gerd Ribbeck nicht nur unternehmerisch freut – „Seit zwei Wochen bin ich Opa“, erzählt der Leichlinger. „mein Enkelchen muss eine lebenswerte Zukunft haben.“
Aber es wurden gestern auch ganz pragmatische Themen diskutiert. Die Heizkosten sind in einem Holzhaus deutlich niedriger und auch im Sommer bleibt die Hitze draußen. Das Raumklima hält auch echten Belastungen stand, bei einem Brand sei es wesentlich sicherer als ein Haus aus Stein. Bei einem Test mit 1000 Grad heißen Flammen habe sich gezeigt, dass bei Steinwänden es nach gut einer Stunde der Nebenraum 500 Grad heiß werde. Bei einer Massivholzwand erhöhte sich die Temperatur im Nachbarraum dagegen nur um 1,8 Grad.
Überraschend auch die Erkenntnis, dass ein Holz, im Winter zu einer bestimmten Mondphase geschlagen, sei sehr widerstandsfähig gegen Pilze, so dass keine chemischen Holzschutzmittel nötig seien. Und angesichts des geringeren Gewichts brauche man auch nicht so große Fundamente wie bei einem Betonhaus. „Idealerweise sogar überhaupt keins.“
Gerd stellte anschaulich die möglichen Verankerungen vor, deren Arbeiten in nur einem Tag abgeschlossen seien, sieht aber auch in der Kombination, d.h. einem Holzbau auf Stein- oder Ziegelfundament, kein Problem.
Eine lebhafte Diskussion folgte, die den angesetzten Zeitrahmen derart brach, dass sie unterbrochen und auf persönliche Gespräche zwischen Gerd und Anwesenden im Nachgang an die Veranstaltung verschoben werden musste.
Den zweiten Teil übernahm ich dann selbst und stellte am Beispiel des durch Europäischer Sozialfonds – ESF– und Bundesumweltministerium-geförderten Projektes mach Grün in #Oberberg vor, wie Nachwuchsförderung im Handwerk auch politisch umgesetzt werden kann.
Während Fachkräfte im Handwerk heute Mangelware sind, und nicht nur Termine schwer zu ergattern und Rechnungen hoch sind, gibt es vor allem immer wieder Nachwuchssorgen auch in Oberbergischen Handwerksbetrieben. „mach Grün! Zukunft in Deiner Hand“ bietet Ferien-Camps rund um das Thema grüneres Handwerk für junge Menschen in der Berufsorientierung an. Durch einen Kurzfilmbeitrag zu einem der FerienCamps, wurde das Präsentierte dann umso mehr greifbar, weil im Waldbröler Netzwerkgarten Backes, Zäune und Pflanzungen durch eben diese Jugendlichen in Eigenarbeit, bei ihrer Erforschung von Handwerksberufen, hergestellt wurden.
Eine klasse Veranstaltung, die nach einer Wiederauflage ruft!